Orange Day

25. November - Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Die deutsche Bundesregierung gibt regelmäßig Studien in Auftrag, um die konkreten Zahlen zu Gewalttaten an Frauen zu ermitteln: Im Jahr 2018 wurden in Deutschland mehr als 114.000 Frauen Opfer von Gewalt. Jeden Tag gab es einen Tötungsversuch. Jede Stunde wurde in Deutschland eine Frau zum Opfer einer gefährlichen Körperverletzung. (wikipedia, Stand 11.2021).  Und weltweit massiert sich dieses Problem zu einer schier unendlichen Zahl von Opfern.

(c) Monika von Eschenbach, Zora IV, sculptural photowork

(c) Monika von Eschenbach, Zora IV, sculptural photo work

Dies sind schreckliche Zustände, die in keiner Gesellschaftsform tolerierbar sind, in  sogenannten zivilisierten Gesellschaften erst recht nicht. Manchmal ist es die massive Gewalt gegen Frauen in Kriegen, manchmal in komplett desolaten Staaten und manchmal in sogenannten feinsten großbürgerlichen oder bildungsbürgerlichen Kreisen. Meistens geht die Gewalt von einzelnen Männern aus, generell ist sie ein gesellschaftliches Phänomen;  sie ist meist sexualisiert, immer aber kommt sie aus einer vermeintlichen Überlegenheit des Machismo heraus. Viele Frauen bleiben stumm, manche schreien laut auf - dennoch wird fast immer weggeschaut, es geschieht nichts oder zu wenig.

Man(n) möchte sich mit "so unschönen Dingen", wie alltäglicher Gewalt und im besonderen Gewalt an Frauen, wohl einfach nicht befassen. Anders jedenfalls ist nicht zu verstehen, dass weder politisch Verantwortliche, noch wirtschaftlich Mächtige - und auch nicht qua Auftrag Kirchenorganisationen als "Liebe Verbreitende" sich auch nur annähernd ernsthaft mit dieser schrecklichen Problematik beschäftigen. Menschenhandel, religiöse, kulturelle, wirtschaftliche und sexuelle Unterdrückung von Mädchen und Frauen - es scheint niemanden wirklich zu interessieren. In der eigenen Familie,  in der Nachbarschaft und erst recht in weit entfernten Ländern - Gewalt gegen Frauen geschieht jeden Tag, jede Minute.

Heinz Zolper, Dame mit Messer IV

(c) Heinz Zolper, Dame mit Messer IV

Es ist deshalb die Aufgabe und vornehme Pflicht jedes Menschen und erst recht aller Kulturschaffenden sich aktiv für Respekt gegenüber allen Menschen, und natürlich besonders gegenüber Mädchen und Frauen einzusetzen. Es gibt keine religiöse, kulturelle, wirtschaftliche oder sexuelle Begründung für die Missachtung von Menschenrechten - zu keiner Zeit und nirgendwo.  Wir müssen deshalb selbst in unserem Umfeld Verantwortung tragen und gleichzeitig politisch, wirtschaftlich und gesellschaftliche Entscheider heute und fortwährend ständig auffordern sich der Gleichgültigkeit entgegenzustellen. Es braucht deshalb auch bessere Bildung, Empathie und Bereitschaft negative Einstellungen und Taten zu ächten und zu bestrafen. Emotionale Intelligenz muss bereits in Kindergärten und Schulen gefördert werden, Mobbing gehört endlich geächtet. Wehret bereits den Anfängen, damit grauenhafte Taten wie Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, vorgeburtliche Geschlechtsselektion, weibliche Armut oder Femizid endlich ein Ende finden können.

Orange Day mahnt jeden Menschen. Handeln Sie danach und fordern ein weltweit konzertiertes Handeln. In einer Zeit des globalen Handels darf es keine Ausrede mehr geben auch gegen die bekannten Missstände vorzugehen.  Schämen müssen sich die Täter, nicht die Opfer. Schreiben Sie an Ihren Bundestagsabgeordneten, schreiben sie an  Europaabgeordnete, an Kirchenvertreter und Wirtschaftsverbände. Lassen Sie sich leiten von der Farbe Orange als Symbol für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Gewalt gegen Frauen: HilfeTelefon

Gewalt gegen Frauen: HilfeTelefon

Gewalttaten gehören angezeigt. Eine erste Beratung im gesamten Kontext  „Gewalt gegen Frauen“ bietet das bundesweite Hilfetelefon: Tel.: 08000/116 016.Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich, kostenlos und wird in 18 Sprachen angeboten.

PM